Hilfe für Frauen in Not – Über 2.200 Beratungen zur vertraulichen Geburt in den letzten fünf Jahren

Das „Gesetz zum Ausbau der Hilfen für Schwangere und zur Regelung der vertraulichen Geburt“ wirkt. Dies ist Ergebnis einer Befragung im Auftrag des Bundesfamilienministeriums. Schwangere Frauen in Notsituationen nehmen die Beratungsangebote an. Die Möglichkeit der vertraulichen, sicheren Geburt, senkt die Zahl anonymer Geburten ohne ärztliche Versorgung.


Das Gesetz jährt sich im Mai 2019 zum fünften Mal, zum 1. Mai 2014 war es in Kraft getreten. Bei einer Feier in der Berliner „Kalkscheune“ dankte Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey denen, die in der täglichen Arbeit Schwangere in Notlagen beraten und ihnen Unterstützung geben.
Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey: „Schwangere Frauen in Notlagen brauchen Hilfe, Beratung und Unterstützung. Das vor fünf Jahren verabschiedete Gesetz hat für viele Frauen Wege aus solchen Notlagen ermöglicht. Über 2.200 Beratungen gab es in den vergangenen fünf Jahren.

Etwa 20 Prozent der Frauen entschieden sich für eine vertrauliche und damit eine sichere Geburt. Etwa 40 Prozent dafür, ihr Kind selbst groß zu ziehen oder es zur Adoption frei zu geben. Das Hilfetelefon „Schwangere in Not“ und die Beratungsangebote werden angenommen, das Gesetz wirkt. Dieser große Erfolg ist Ergebnis harter Arbeit. Darum möchte ich allen danken, die in der täglichen Beratung den Schwangeren Hilfe und Halt geben und damit Auswege und Perspektiven aufzuzeigen. Es geht in jedem einzelnen Fall um Frauen in Not, die Hilfe bekommen, egal wie sie sich entscheiden, und um Kinder, die sicher auf der Welt ankommen können.“

Unter dem Titel „Hilfe, die ankommt“ sind heute fast 200 Fachleute aus allen Bereichen rund um die soziale und medizinische Schwangerenbetreuung in der Berliner „Kalkscheune“ zusammengekommen. Ziel der Veranstaltung ist, auf die Erfolge der vergangenen Jahre zu blicken und sich über die künftige Arbeit auszutauschen. Fachimpulse und der gegenseitige Austausch tragen dazu bei, das Netzwerk weiter zu stärken und so die praktische Arbeit für die Schwangeren fortlaufend zu verbessern.

Das Gesetz bietet Frauen, die auch nach umfassender Beratung ihre Identität nicht preisgeben möchten, mit der vertraulichen Geburt eine rechtssichere Alternative. Über 570 Frauen haben in den letzten fünf Jahren diese Möglichkeit genutzt – ein Zeichen dafür, dass die Hilfe ankommt.

Und noch ein weiteres wichtiges Ziel wird erreicht: Seit Inkrafttreten des Gesetzes geht die Zahl der anonymen Kindsabgaben z.B. an Babyklappen zurück. Nur 4,5 Prozent der zur vertraulichen Geburt beratenen Frauen entschieden sich für eine anonyme Kindsabgabe. Das heißt: Immer mehr Frauen, die vertraulich entbinden möchten, können dies medizinisch begleitet tun und sind nicht gezwungen, ihr Kind heimlich und allein zur Welt zu bringen.

Damit möglichst viele Frauen von dem Angebot erfahren, macht das Bundesfrauenministerium die Hilfen in einer breit angelegten Öffentlichkeitskampagne weiter bekannt. Neben Mediaschaltungen setzt sich auch die Influencerin Lisa Sophie Laurent dafür ein, dass das Hilfetelefon „Schwangere in Not“ und die Angebote der Beratungsstellen bei jungen Menschen ankommen.

Die aktuelle Befragung selbst ist hier zu finden: www.bmfsfj.de/befragung-vertrauliche-geburt

Quelle: Pressemitteilung des Bundesfamilienministeriums vom 14.5.2019